Prima facie

Monodrama von Suzie Miller Deutsch von Anne Rabe

Mrz12

Bühne / Theater

Tessa ist erfolgreiche Anwältin, ihr Spezialgebiet ist die Verteidigung mutmaßlicher Sexualstraftäter. Gekonnt bewegt sie sich in den Winkelzügen des Rechts, um immer wieder Freisprüche für ihre Mandanten zu erwirken. Doch dann wird sie eines Tages selbst zum Opfer. Tessa beginnt, das System, in dem sie sich bisher so souverän und erfolgreich bewegt hat, zu hinterfragen. Wie kann man den Tätern ihre Tat nachweisen, wenn Aussage gegen Aussage steht? Wie kann man vor Gericht die Rechtsstaatlichkeit mit der Fürsorge für das Opfer in Einklang bringen?

„Prima Facie“, ein intensiver Monolog, wird im Sitzungssaal 70 des Landgerichts zu einem menschlichen
Plädoyer, das auch über den authentischen Ort erfahrbar macht, wo gerade aus Opfersicht die Schwächen des Rechtssystems liegen. Carolin Freund spielt Tessa ebenso nah- wie nachvollziehbar, zeigt wandelbar ihren steinigen und ehrgeizigen Weg zur Anwältin, das persönliche Drama des Missbrauchs und die Last des Opfers vor Gericht im Angesicht der geltenden Gesetze. Denn die Opfer müssen Beweise erbringen und sich erneut mit der Tat konfrontieren, während für die Angeklagten hingegen so lange die Unschuldsvermutung gilt, bis stichhaltige Beweise die Tat belegen.

Regisseur Frank Hoffmann gelingt der Spagat, das von Juristin Suzie Miller brillant geschriebene und erdachte Theaterstück mit der besonderen Atmosphäre des Landgerichts zu verbinden. Berührend und mit akkurat eingestreutem Humor folgt das Publikum der bewegenden Geschichte zwischen Recht und Gerechtigkeit.

Inszenierung: Frank Hoffmann
Bühnenbild: Bernhard Eusterschulte
Kostüm: Yvonne Wallitzer
Dramaturgie: Karen Schultze
Regieassistenz: Paulina Bourree
Mit: Carolin Freund
12.03.2026
19.30 Uhr
© Foto: Theater Trier
inklusive VRT-Kombiticket

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